Archiv für den Monat: März 2015

Danke

Danke, dass so viele von euch meine Geschichten lesen.
Danke, dass meine Geschichten so oft geteilt werden.

Danke euch allen, dass ihr heute so zahlreich von eurem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben.

Ich gönne mir nach der ersten Staffel nun eine kleine Pause, um neue Geschichten zu sammeln, die ich euch gerne wieder ab Ostern unter dorfschreiberin.thalbeigraz.at zur Verfügung stellen werde. Ich ziehe in Facebook auf eine eigene Seite um, wo ich kleine Begebenheiten in Kurzform, oder  Bilder aus dem Ort und die Links zu meinen Geschichten posten werde. Ihr findet mich ab sofort unter „Die Dorfschreiberin“.

Nochmals vielen herzlichen Dank
Eure Dorfschreiberin

Wahltag ist Zahltag

Doch wer bezahlt heute wofür?

Zahlen heute die, die die letzten Jahre regiert haben für ihren Stillstand?
Zahlen heute die, die uns die letzten Jahre zum Narren gehalten haben?
Zahlen heute die, die den schlechtesten Wahlkampf geführt haben?
Zahlen heute die, die der Bevölkerung am meisten Infos zugemutet haben?
Zahlen heute die, die eh noch nie was zu sagen hatten und sich auch immer nur kurz vor der Wahl ins Geschehen werfen?
Zahlen heute die, die zu viel Wind gemacht haben?
Zahlen heute die, die ihr grünes Herz nach außen gekehrt haben?
Zahlen heute die, die ideenlos sind?
Zahlen heute die, die zu wenig versprochen haben?
Zahlen heute die, die Missstände aufzeigen, und damit unbequem sind?
Zahlen die, die sehr situationselastisch ausgelegte Wahlversprechen und Berichte der vergangenen Periode ausschicken?
Zahlen heute die, die sich nicht so weit herablassen unter der Gürtellinie zu schießen, weil sie zu wenig Action machen?
Zahlen heute die, die bei Abstimmungen nur die Hand heben, ohne zu hinterfragen, oder zahlen heute die, die die lästig sind?
Zahlen heute die, die unentgeltliches Engagement gezeigt haben, oder die, die bezahlte Ämter haben?

Zahlen können immer nur die, die etwas haben.

Und wir alle haben viel –  nämlich richtig viel zu verlieren, wenn wir es nicht endlich wirklich anpacken!

…den ewig Gestrigen an den Kragen

Sie wollen es nicht kapieren, die „Gestrigen“ der Politik. Längst schon ist ihre Fahrkarte abgelaufen und noch immer können sie es nicht lassen – Schmutzkübelkampagnen!

Sie wühlen in der Vergangenheit der anderen und in deren vermeintlichen Fehlern. Sie zerren uralte Geschichten in die Gegenwart und finden in jeglichem Tun das „Haar in der Suppe.“ Sie weihen die Presse in dubiose Geschichten ein, damit die das Gros der Arbeit übernimmt. Ganz Graz-Umgebung ist schon neidisch auf unser schönes Thal, weil gedacht wird, dass wir in Thal alles dafür tun, um gratis in der Presse zu stehen.
Die Gestrigen denken noch immer, einseitig aufzeigen, schreien und den anderen klein halten sei der richtige Weg
Meine Herrschaften, ist euch noch nicht aufgefallen, dass die neue Generation das nicht mehr will? Die neue Generation von Politikern hat von Jugend an in Teams gearbeitet und ist in Kommunikation geschult. Sie weiß, wie man deeskaliert statt es eskalieren zu lassen. Sie weiß, dass man Gespräche mit der Presse sucht und sie nicht verweigert. Sie will daher arbeiten statt zu streiten.

Viele in diesem schönen Ort werden sich fragen, was ist denn da gestern schon wieder passiert? Gar nichts ist gestern passiert. Einer der alten Streithanseln macht sich zum Hüter der öffentlichen Moral und sogar dem Zeitungsredakteur ist die Geschichte zu unsicher, um sie zu schreiben. Wer sind wir, um über andere zu richten, die sogar ausgeschlossen sind und keine Gegendarstellung bringen können. Es ist halt wieder einmal ein Seitenfüller. Das Posting in Facebook hatte kaum Leser und die, die es gelesen haben, waren eher zurückhaltend in ihrer Begeisterung.

So lasst doch die neue Generation endlich einmal zeigen, was sie so drauf hat, ob es wirklich so gut miteinander geht. Aber aus Erfahrung weiß ich, für gute Ideen braucht es ein Brainstorming ohne Zurückhaltung und das geht einmal nur mit vielen Köpfen, die gemeinsam und nicht gegeneinander arbeiten. Natürlich kann man mir vorwerfen, ich sei eine Harmonisiererin, die von echter, harter Politik keine Ahnung hat, aber ich weiß aus großen Unternehmen, dass ein gutes Arbeitsklima die Basis für Entwicklung ist. Wer nicht konstruktiv mitarbeiten will, soll draußen bleiben. Die Sesselkleber, die nur ihre eigenen Pfründe sichern möchten, haben in modernen Unternehmen, wie es auch Gemeinden werden sollen, einfach keinen Platz mehr.
Natürlich will morgen jede Partei gewinnen, aber es ist die Frage, wie sie mit den Verlierern umgeht.

Empathie, Rücksichtnahme und Engagement sind für mich die Zauberworte für ein gutes Klima in der Politik.

Lasst euch nicht verunsichern von einem Querschläger, Thal ist auf einem guten Weg!

Tagträumereien

Wir haben, da sind sich plötzlich alle einig, ein Kleinod in Thal, das aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden soll – den Thalersee. Das ehemalige Gasthaus Kling wurde an die Holding verkauft und wie heute in der Zeitung ersichtlich, ist auch Graz bisher wieder einmal fantasielos in der Planung.
Ich träume manchmal, wenn ich an seinen Ufern umherschlendere, dass hier einfach nichts passiert. Ich liebe diesen verschlafenen Platz und es wird immer ruhiger hier.
Aber schnell schleicht sich in diese Tagträume das schlechte Gewissen über meinen Egoismus und dann träume ich schnell etwas anderes, denn Thal braucht dringend eine Ölquelle –  wirklich wichtige Ausgaben vor allem für unsere Kinder stehen an.
Aber das Warten auf die Bedarfszuweisungen für Gemeinden ist für mich so ähnlich wie das Beziehen von Mindestsicherung bei Menschen. Es ist unangenehm, unsicher und unbefriedigend. Es muss doch noch etwas anderes geben!
Manchmal zum Beispiel träume ich dann von einem REHA-Zentrum in dieser Umgebung, vielleicht sogar einem REHA-Zentrum für Kinder nach einer Krebserkrankung, so etwas gibt es (meines Wissens)  nämlich in ganz Österreich bisher nicht. Die Kleinen werden bisher zusammen mit den Großen therapiert und das ist für sie oft gar nicht schön und lustig. Die Natur um unseren See würde wohl einiges zur vollständigen Genesung beitragen können.
Angedacht ist so ein Zentrum für Salzburg, aber noch nicht realisiert – warum also nicht Thal als Standort attraktiv machen?
An dieses Zentrum könnte man auch ein Gesundheitszentrum anschließen, wo wir alle ThalerInnen, die in diesem Bereich arbeiten einladen könnten, dort gemeinsam ihre Synergien zu nutzen. Gemeinsam nutzen könnte man dort auch Behandlungsräume, Besprechungsräume und Seminarräume, die Administration und das Areal rund um den See. Es gibt in Thal PhysiotherapeutInnen, Human-, Tier- und RaumenergetikerInnen, Coaches, Lebens- und SozialberaterInnen, PsychotherapeutInnen, ErnährungsberaterInnen, Bewegungscoaches, und noch viele mehr. Die meisten sind noch gar nicht bekannt im Ort und das ist schade, denn sie können vieles bewirken. Vom gesamten Zentrum könnten wir zusätzlich profitieren – Hotellerie, Gastronomie, ein Kaufmann, engere Abstände im Busfahrplan, die Sanierung des Sees,… – all das bringt Nutzen und Einnahmen für die Gemeinde.
Der Kaufmann könnte vor allem mit Produkten aus der Region bestückt werden, da denke ich nicht nur an Thal, sondern an die Region der ehemaligen 10 vor Graz. Unsere unzähligen KunsthandwerkerInnen könnten dort auch ihre Produkte vermarkten. Vielleicht kann in diesem Zentrum auch ein Seminarraum in Form einer Werkstatt eingerichtet werden, wo es Workshops von unseren KünstlerInnen geben könnte. Auch manuelle Tätigkeiten halten Körper, Geist und Seele gesund und ziehen Touristen und Seminarbegeisterte an.
Es wäre natürlich ein Riesenprojekt, das Thal selbst vor allem Zeit und viel Verhandlungsgeschick kosten würde. Es wäre natürlich auch ein Riesenaufwand, man müsste mit vielen verhandeln, Träger finden, Sponsoren auftreiben, Charity-Veranstaltungen anleiern, sich bei der Presse äußerst gut verkaufen, mit den Nachbargemeinden eine gute Arbeitsbasis schaffen, und-und und.
Aber wäre so ein Projekt nicht viel nachhaltiger und schöner als Baurestmassendeponien, die nur dem Ansehen schaden und wieder nichts bringen?
So ein Projekt würde eine Schlafgemeinde auch nicht wirklich stören, die Luftqualität leidet nicht, der Verkehr würde nicht durch den Ort fließen, wer will, kann so weiter leben wie bisher – der Lärmpegel würde allerdings steigen – denn Kinder lachen nun mal nicht leise.
Das wäre ein Projekt, das der beste Bürgermeister nicht alleine stemmen kann, da müssen wirklich alle zusammenarbeiten. Da sind die Kompetenzen und Netzwerke von uns allen gefragt. Aber mit so einem (oder überhaupt einem) Projekt können wir uns wieder das Beste für unsere Kinder selber leisten.
Wirtschaftlich härtere Zeiten verlangen Kreativität, Engagement und Zusammenhalt von uns allen.
GEMEINSAM können wir aus Visionen Realität entstehen lassen.

„Jakobi – Kirtag is!“

Am 19. Juli ist es wieder einmal soweit! Kirtag ist in Thal.

In vielen Gemeinden ist so ein Kirtag das Ereignis des Jahres. Die Lederhosen und Dirndln werden herausgeholt, man putzt sich auf und poliert sein schönstes Lächeln.
Der Thaler Kirtag könnt noch ein paar Besucherinnen und Besucher mehr vertragen.

Sämtliche Thaler Vereine arbeiten wochenlang daran, um den Thalerinnen und Thalern ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Die Damen des Pfarrcafés backen Herzerln und verzieren diese in tagelanger, liebevoller Handarbeit mit Blüten und Sprüchen, die sie neben hausgemachten Mehlspeisen feilbieten. Die Jaga haben einen Schießstand, wo jeder seine Treffgenauigkeit überprüfen und sich danach bei einer guten Jause stärken kann. Die Perchten stellen ihre schaurig schönen Masken und Kostüme aus und bieten frisch geräucherte Forellen als lukullischen Genuss. Der Sportverein lässt sich immer neue Schmankerln einfallen, um euch alle zu verwöhnen. Die Sternthaler haben jedes Jahr eine neue kreative Idee, um euch zu erfreuen und die Alkoblitzer bieten ein ganzes Paket an Überraschungen für Groß und Klein bis hin zu einem Konzert zu späterer Stunde.
Die Marktmusikkapelle stellt unermüdlich ihr großes Repertoire und Können unter Beweis.
Es gibt auch immer etwas zu gewinnen, aber ein Gewinn ist der Kirtag in jedem Fall.
An der Straße zum Kirchberg hinauf kann man Spezialitäten der Region verköstigen und Traktoren und Moperln aus längst vergangenen Zeiten bestaunen. Auch Strahlung kann man messen lassen und sich vom Elternverein etwas Gutes holen. Die Eisschützen laden ein, sich in ihrer Disziplin einmal zu versuchen. Sollte ich einen Verein vergessen haben, ist das nur passiert, weil das Angebot so groß ist. (Ich entschuldige mich aber bereits im Vorhinein, falls es wirklich passiert ist.)
Den Auftakt macht natürlich die Hl. Messe, die unser Pfarrer Karl Niederer hält, der sich danach auf unterhaltsame Weise unters „Volk“ mischt.
Was mir eventuell ein bisserl fehlt ist ein klassisches Standl mit Zuckerwatte und dass unsere unzähligen KunsthandwerkerInnen ihre Waren offerieren und vielleicht auch noch, dass unsere Mundwerkerin uns Geschichten erzählt – aber sonst? Falls euch noch was abgeht, bringt eure Anregungen gerne ein.
In den letzten Jahren war es manchmal eine unsichere Geschichte – absagen oder nicht? Das Wetter wollte nicht so ganz mitspielen.

Aber heuer wird’s sicher was, ich spür es genau! Dann können wir zeigen, wie gut Thal zusammenhält und gemeinsam was Großartiges auf die Beine stellt und wie gut wir gemeinsam ein wunderbares Fest feiern können, ohne Neid und „Hacklwerfen“.
Und dann laden wir die Presse ein, damit sie sieht, dass Thal kein gespaltener Ort ist mit schlechten Schlagzeilen, sondern ein verbundener Ort, der dann vermutlich leider nicht einmal mehr eine Schlagzeile wert ist.

Kommt doch alle, wenn es wieder heißt: „Jakobi-Kirtag is!“ – es is echt a große Gaude!

Da Wind waht über’s Land

Jetzt hat es wohl schon jeder mitbekommen, ein frischer Wind fegt durch das T(h)al.
Was hat er mitgebracht, der frische Wind, außer einer Flut von Plakaten?

Das Klima ist etwas rauer geworden. Das Alte wehrt sich, rüstet auf und macht die Luken dicht –  es ist beleidigt.
Was will der frische Wind? Will er das Klima nachhaltig verändern?
Wo bleibt die Wärme und Sonne, die dafür notwendig ist? Was wird wirklich gemacht, um die Menschen einander näher zu bringen? Welche konkreten Verbesserungen wird er uns bringen? Sind die neuen Versprechungen, mit denen er uns lockt, wirklich so viel besser als die alten?
Er hat bisher keine wirklich neuen Ideen gebracht, der frische Wind, sondern nur Varianten der alten, bisher noch nie umgesetzten. Was, wenn der frische Wind zu einem (f)lauen Lüfterl wird, wenn er den Bann gebrochen hat?

Wir brauchen keinen frischen Wind, wir brauchen nachhaltig gute Luft, um Veränderungen zu bewirken. Wir brauchen gute Luft im Gemeinderat, damit jeder atmen kann und seine Ideen auch einbringt. Wir brauchen gute Luft, damit die Kinder einen freien Kopf für Bildung haben. Wir brauchen gute Luft, damit die Eltern unbesorgt arbeiten können, und ihre Kinder gut versorgt wissen. Wir brauchen gute Luft, damit die alten Leute nicht vergessen werden. Wir brauchen gute Luft, damit Begegnungen wieder harmonisch ablaufen können. Wir brauchen gute Luft, damit auch Frauen den Mut fassen ihre Meinung zu sagen. Wir brauchen gute Luft, damit die Jugend im Ort bleiben kann. Wir brauchen gute Luft, damit die Bauern eine Chance haben. Wir brauchen gute Luft, damit sich etablierte Unternehmen halten und neue dazu kommen.
Wir brauchen gute Luft, damit Parteien keine Rolle spielen. Wir brauchen gute Luft, damit Engagement zum Zug kommen kann. Wir brauchen gute Luft, damit Freunderlwirtschaft abgeschafft wird und nicht einfach alte Freunde durch neue ersetzt werden.

Der frische Wind hat alles durcheinander gewirbelt, er hat auch viel Staub aufgewirbelt. Kann er die Wogen auch wieder glätten, oder lässt er uns, falls ihm das Ergebnis seiner Bemühungen nicht gefällt, im Regen stehen?

Ich denke, wir brauchen nicht nur frischen Wind, wir brauchen einen echten Klimawandel im T(h)al.

Vorstadtweiber

Die erste Staffel der Vorstadtweiber ist vorbei und ganz Österreich weiß jetzt, wie diese Spezies tickt. Sie vögeln sich durch den Bekanntenkreis, vergenusswurzeln Minderjährige und lassen sich von ihnen auch gleich schwängern. Sie dealen mit gefakten Designerklamotten, steigen von der Ex-Frau des einen, zur Geliebten des anderen auf, kompensieren Naivität mit Eierlikör und haben in ihren Reihen natürlich eine Anwältin, die sie aus allen peinlichen Situationen befreit. Schade, und ich hatte mich schon so auf diese Serie gefreut. Denn es gibt sie wirklich, die Spezies der Vorstadtfrauen, die von der Stadt in den Speckgürtel drum herum gezogen sind.

Einige davon haben auch durchaus Ähnlichkeiten mit den Serienweibern: Sie leben oft in großen, modernen Häusern und fahren meist kleine schicke Autos. Wenn sie allerdings ihre beschwipsten Männer von Festerln nachhause kutschieren, dürfen sie den großen Wagen nehmen – ausnahmsweise.
Das Wichtigste ist, für die Männerwelt attraktiv zu bleiben. Daher –  auch mit beinahe 50 oder knapp drüber wird Size Zero angestrebt. Sie walken und rennen in der Gegend herum, sie quälen sich mit Low Carb oder hungern ab 16 Uhr und trotzdem gewinnen sie den Kampf gegen das Altern oder die jungen Geliebten selten wirklich, sondern nur scheinbar. Und der knackige Gärtner ist wohl nur eine Serienversprechung.
Aber die Devise lautet: „Alles ist gut!“, auch wenn das Unglück eigentlich nur so aus einem herausfließen möchte. Die Fassade wird aufrechterhalten: Probleme gibt es nicht! Die Kinder sind klug, die Liebe ist groß, das Geld fließt reichlich, eifersüchtig sind nur die anderen und gesprochen wird über Belanglosigkeiten, auch wenn ihnen gar nichts mehr einfällt.
Bevor es ganz fad wird, kann man ja noch Partys schmeißen – das Angebot ist riesig: Tupper-, Kerzen-, Schmuck-, Dessous-, Dildo- und Putztuchpartys fallen mir da so ganz spontan ein. Klasse, oder? Und was, wenn das Repertoire durch ist? Dann sind da ja Gott sei Dank noch die Geburtstagspartys – jede Woche mindestens eine, in manchen Monaten gleich so viele, dass man sie besser als Sternzeichenfest gemeinsam feiern  sollte. Ganz wichtig bei diesen Partys ist es zu beweisen, dass man noch besser ist als die vorige Kandidatin. Das Buffet ist schöner, Prosecco wird gegen Champagner getauscht, das Lächeln ist noch wesentlich glücklicher und der Body besser geformt – und der wird dann in Tanzeinlagen gnadenlos zur Schau gestellt.

Aber es gibt da auch noch die anderen Frauen in der Vorstadt. Diejenigen, die zugeben, dass sie sich zersprageln zwischen Job, Kindern, Haus und Garten. Die sich zusammen tun und gemeinsam versuchen, alles unter einen Hut zu bringen, wie zum Beispiel das ständige „Holen“ der Kinder, weil diese den Bus wieder einmal versäumt haben. Diejenigen, die eigentlich das goldene Taxi-Schild verdient hätten, weil das Geld für ein weiteres Auto nicht reicht. Diejenigen, deren Kinder nicht immer „funktionieren“.
Die, die aussteigen aus dem Fassadenwahnsinn und miteinander Dinge besprechen, die ihnen wirklich wichtig sind und die auch echte Gefühle zeigen. Die Frauen, die sich wehren, gegen den Freizeitstress, die mit Freude älter werden können und nicht mit den eigenen Kindern in Konkurrenz treten, die High Heels gegen bequemes Schuhwerk tauschen, die Befriedigung in ihrer eigenen Kreativität finden und die manchmal einfach nur gerne einen „Bad Hair Day“ mit sich alleine feiern. Diejenigen, die in sich ruhen und hier leben, weil sie die Natur lieben.  Die, die sich aber ab- und zu nach ein bisserl Kultur und Abwechslung sehnen.
Das ist die weitaus größere Gruppe der Vorstadtfrauen, die, die nicht bei allen beliebt, sondern von einigen wenigen ehrlich und offen geliebt sein möchte – und mit diesen Menschen feiert sie dann gerne ihren Geburtstag, auch wenn er jenseits der 50 liegt und sich das Hüftgold sanft anlegt. Denn diese Frauen sind selbstbewusst und leben ihr Leben und stellen nicht irgendeines zur Schau.

Wehrt euch gegen das Vorstadtweiber–Image, wir sind besser als unser Ruf!

Bei der Spatenstichfeier oder-

–was lange währt wird endlich gut?

Jetzt ist es endlich so weit, der Hochwasserschutz für Unterthal wird gebaut. Mitten in die unberührte Landschaft des Erlenbachs wird ein 4m hoher Damm gebaut. Lange und zähe Verhandlungen mit öffentlichen Körperschaften und Grundstückseigentümern wurden im Vorfeld geführt. Ein Projekt, das doch ach so wichtig für unser schönes Thal ist. Es hat wohl Bedeutung für einige Menschen in Thal, die in manchen Sommern schwimmen, aber es ist wohl vor allem Graz, das diesen Bau benötigt. (Das kam auch in den Reden der Politikerinnen aus Graz und dem Land Steiermark heraus.)
Viele der Grundstücke wurden von Bauern geopfert, die selbst von dieser Maßnahme gar nichts haben und die Gründe zu Spottpreisen abgaben. Die Ablösen derer, die die Nutznießer dieser Maßnahme sind, waren oft viel höher, da es sich um Baugründe handelt.

Schade, dass die Solidarität, die von den Gebern gefordert wurde, nicht auch von den Nehmern aufgebracht wurde. Sie hätten ja ihre Ablösen zur Verfügung stellen und man hätte einen Mittelwert berechnen können – für alle gleich – solidarisch eben.

Vor allem, da die betroffenen Baugründe ja nicht plötzlich schwimmen, sondern von je her feuchte Wiesen waren. Feuchte Wiesen, die damals zu einem Spottpreis verhökert worden sind. Feuchte Wiesen, die plötzlich zu Baugründen umgewidmet wurden. Feuchte Wiesen, wo nie hätten Keller gebaut werden dürfen. Aber Schwamm drüber, jetzt werden ja die Fehler der Vergangenheit um teures Geld behoben und die Gemeinde bekommt nun auch trockenen Grund und Boden, wo neue Projekte möglich sind, die wir uns nicht leisten können.

Vielleicht bekommen wir jetzt aber auch nur endlich das Denkmal für unseren verdienten Bürgermeister – den P. Schickhofer-Damm. (Aber werden Denkmäler eigentlich nicht nur ehemaligen Politikern gesetzt?)

Ach ja, wenig Leute waren bei der Spatenstichfeier.
Wo waren die dankbaren Bürger, die sich schon so über diese Maßnahme freuen?
Wo bleiben die Einkäufer, wenn es den ersehnten Kaufmann gibt?
Wo sind die Leute immer, die etwas möchten, wenn es dann endlich da ist?

Was zu lange währt, wird nie mehr gut oder – was endlich da ist, interessiert keinen mehr?

Der Mörder ist nicht immer der Gärtner

„Jetzt ist es schon wieder passiert“, so fangen nicht nur die beliebten Brenner Krimis von Wolf Haas an, sondern auch die ganz besonderen Krimis aus Thal.

Nachts, wenn alle schlafen, schleicht sie sich durch die Ritzen der abgelegenen Nebengebäude. Es ist eine skrupellose Trieb-Serien-Täter-Bande, die da ihr Unwesen treibt, unberechenbar und schwer zu erwischen. Profiler aus 3 Revieren nehmen ihr Verhalten genau unter die Lupe. Vorige Woche mussten alleine in Thal Linak 25 arme Seelen ihr Leben lassen und davor einige auch in Winkel und Eben – Legehennen, gemeuchelt von Füchsen

Nun tritt der Opferschutzverein auf den Plan, der Ruf nach gerechter Vergeltung wird laut. Wo sind sie, die Jäger, wenn man sie braucht?
Aber ist nicht jeder Täter auch Opfer, werden sich die Tierschützer fragen?
Ist das vielleicht nur die Vergeltung für die vielen Fasane, die Jahr für Jahr im Schlossrevier ihr Leben lassen müssen?

In letzter Zeit kämpft die Jägerschaft in Thal mit ihrem Image. Zu viel wurde über sie geredet und geschrieben. Sie seien willkürlich, hätten nur Lust am Töten und wären der Feind der Mountainbiker. Vielen ist das Verhalten der Jäger unbegreiflich, vor allem denjenigen, die Tiere nur aus dem Streichelzoo kennen. Vieles an der Jagd hat Traditionen und Rituale, die Außenstehenden seltsam anmuten, so wie sie die meisten alten Berufsstände haben.

Wer so einen Jäger im Haus hat weiß, dass es nicht die Lust am Töten ist, die sie nachts nicht schlafen lässt und selbst bei eisiger Kälte auf die Hochsitze treibt. Es ist die Beobachtung des Reviers. Es ist das Studium der Verhaltensweisen, um kranke Tiere heraus zu finden und es ist die Verpflichtung den Bauern gegenüber, Tiere und Kulturen zu schützen, die mit der Pacht der Gemeindejagd einhergeht.
Nicht die Jäger sind der Feind des Wildes, sondern es ist die Freizeitgesellschaft. Die Natur sollte jedem von uns zugänglich sein, aber mit Maß, Ziel und Achtsamkeit. Wir würden uns wohl alle schön bedanken, wenn Walker, Biker und Wanderer scharenweise lärmend durch unsere Vorgärten trampeln, statt sich an die Wege zu halten, nur weil es bei uns im Garten einfach schöner und interessanter ist.

Ich denke, unsere Gemeindejäger arbeiten sorgsam und haben im Moment sogar die Chance zu Superhelden zu werden, wenn sie die Legehennen-Bande zur Strecke bringen , damit niemand mehr sagen kann:

„Jetzt ist es schon wieder passiert…“

Nachtrag: Der Kopf der Bande wurde mittlerweile lebendig gefasst.

Don Camillo und Peppone

Wer kann sich noch an die köstlichen Spielfilme erinnern, die uns so manche Samstagnachmittage begleitet haben. Don Camillo und Peppone sind die Hauptfiguren vieler Erzählungen und mehrerer Romane von Giovannino Guareschi und einiger Spielfilme. Sie skizzieren das ländliche Italien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die frühen 1960er Jahre. (wikipedia)
Thal kann sich glücklich schätzen die beiden hier im Ort zu haben, auch wenn bei uns Karl und Peter heißen. Karl unser etwas eigenwilliger und oftmals unterschätzter, aber äußerst engagierter Pfarrer und Peter unser langjähriger und manchmal überschätzter, aber ebenso engagierter Bürgermeister.
Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können, die beide vermutlich nur zum Wohle der Bevölkerung arbeiten.
Auf der einen Seite unser Pfarrer Karl , ein hoch gebildeter Mensch, der in seinen legendären Gottesdiensten keinen unberührt lässt. Ein Meister der Visualisierung, der riesige Bilder mitschleppt, wenn er uns etwas verdeutlichen möchte, der Sätze, die ihm wichtig sind, so oft wiederholt, bis er den Eindruck hat, dass sie nun auch wirklich jeder gehört und verstanden hat. (Nein, er leidet nicht an Vergesslichkeit, da steckt System dahinter.) Ein Mann, dessen Begeisterung beim Singen einfach anstecken muss und der sich langsam aber sicher an die Thaler Bevölkerung angepasst hat. Manchmal neigt er vielleicht noch zu Höhenflügen, zu denen sich nicht alle emporschwingen können.
Karl, der Rächer der Bedürftigen, der KEINES seiner Schäflein im Regen stehen lässt und nicht müde wird sich für Minderheiten einzusetzen. Er ist kein Pfarrer der alten Schule, sondern äußerst liberal und mit viel Verständnis für menschliche Schwächen – seine sind übrigens die Kuchen und Torten des Pfarrcafés, die ihm die eifrigen Damen auch gerne für zuhause einpacken, da er immer ein großzügiger Unterstützer des Cafés ist.

Und am Ende jedes seiner öffentlichen Auftritte hat er einen Witz für seine Zuhörer, bei dem man ab und zu länger überlegen muss, bis er sickert.

Auf der anderen Seite unser Bürgermeister Peter, ein typischer sozialistischer Politiker. Volksnahe, lächelnd und oftmals ein wenig zu derb in seiner Ausdrucksweise. Etwas zu frauenfreundlich, wenn es um Körpersprache geht, viel zu frauenfeindlich, bei allem anderen. Ein Mann, der für seine Anhänger alles möglich macht und noch für jedes, seiner ihm hörigen Schäfchen eine optimale Lösung gefunden hat. Und er ist ein Mann, der seine potenziellen Feinde bereits vor dem offiziellen Halali zum Abschuss frei gibt. Ein richtiger Platzhirsch also, einer von denen, die es kaum mehr gibt. Fehler macht Peter nie, denn alles, was er macht, lässt sich irgendwie in die, für ihn richtige Richtung drehen. Seitdem er den neuen Amtsleiter hat, schafft er es sogar in geradem Deutsch, die Bürgermeisterinfo für sich und seinen Vorteil zu nutzen. Schön wäre es noch, wenn ihm jemand das Reden abnehmen könnte, dann wäre vielleicht so manches Gestammel verständlicher und weniger laut.
Und was er da so ganz ALLEINE in seiner Amtszeit realisiert hat, Wahnsinn! Von ihm aus bräuchte es gar keinen Gemeinderat, er macht sowieso alles ALLEINE.

Auch er hat bei öffentlichen Auftritten immer einen Witz auf Lager. Allerdings einen, der einem 100-prozentig entweder Schamesröte ins Gesicht oder peinliches Schweigen auf die Lippen zaubert.

Zwei Männer also, die unterschiedlicher nicht sein können, sich aber in einem einig sind – erwähne in der Gegenwart des einen, niemals den Namen des anderen…

Wäre doch fast schade, wenn so eine Ära zu Ende ginge, oder vielleicht doch nicht?