Tagträumereien

Wir haben, da sind sich plötzlich alle einig, ein Kleinod in Thal, das aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden soll – den Thalersee. Das ehemalige Gasthaus Kling wurde an die Holding verkauft und wie heute in der Zeitung ersichtlich, ist auch Graz bisher wieder einmal fantasielos in der Planung.
Ich träume manchmal, wenn ich an seinen Ufern umherschlendere, dass hier einfach nichts passiert. Ich liebe diesen verschlafenen Platz und es wird immer ruhiger hier.
Aber schnell schleicht sich in diese Tagträume das schlechte Gewissen über meinen Egoismus und dann träume ich schnell etwas anderes, denn Thal braucht dringend eine Ölquelle –  wirklich wichtige Ausgaben vor allem für unsere Kinder stehen an.
Aber das Warten auf die Bedarfszuweisungen für Gemeinden ist für mich so ähnlich wie das Beziehen von Mindestsicherung bei Menschen. Es ist unangenehm, unsicher und unbefriedigend. Es muss doch noch etwas anderes geben!
Manchmal zum Beispiel träume ich dann von einem REHA-Zentrum in dieser Umgebung, vielleicht sogar einem REHA-Zentrum für Kinder nach einer Krebserkrankung, so etwas gibt es (meines Wissens)  nämlich in ganz Österreich bisher nicht. Die Kleinen werden bisher zusammen mit den Großen therapiert und das ist für sie oft gar nicht schön und lustig. Die Natur um unseren See würde wohl einiges zur vollständigen Genesung beitragen können.
Angedacht ist so ein Zentrum für Salzburg, aber noch nicht realisiert – warum also nicht Thal als Standort attraktiv machen?
An dieses Zentrum könnte man auch ein Gesundheitszentrum anschließen, wo wir alle ThalerInnen, die in diesem Bereich arbeiten einladen könnten, dort gemeinsam ihre Synergien zu nutzen. Gemeinsam nutzen könnte man dort auch Behandlungsräume, Besprechungsräume und Seminarräume, die Administration und das Areal rund um den See. Es gibt in Thal PhysiotherapeutInnen, Human-, Tier- und RaumenergetikerInnen, Coaches, Lebens- und SozialberaterInnen, PsychotherapeutInnen, ErnährungsberaterInnen, Bewegungscoaches, und noch viele mehr. Die meisten sind noch gar nicht bekannt im Ort und das ist schade, denn sie können vieles bewirken. Vom gesamten Zentrum könnten wir zusätzlich profitieren – Hotellerie, Gastronomie, ein Kaufmann, engere Abstände im Busfahrplan, die Sanierung des Sees,… – all das bringt Nutzen und Einnahmen für die Gemeinde.
Der Kaufmann könnte vor allem mit Produkten aus der Region bestückt werden, da denke ich nicht nur an Thal, sondern an die Region der ehemaligen 10 vor Graz. Unsere unzähligen KunsthandwerkerInnen könnten dort auch ihre Produkte vermarkten. Vielleicht kann in diesem Zentrum auch ein Seminarraum in Form einer Werkstatt eingerichtet werden, wo es Workshops von unseren KünstlerInnen geben könnte. Auch manuelle Tätigkeiten halten Körper, Geist und Seele gesund und ziehen Touristen und Seminarbegeisterte an.
Es wäre natürlich ein Riesenprojekt, das Thal selbst vor allem Zeit und viel Verhandlungsgeschick kosten würde. Es wäre natürlich auch ein Riesenaufwand, man müsste mit vielen verhandeln, Träger finden, Sponsoren auftreiben, Charity-Veranstaltungen anleiern, sich bei der Presse äußerst gut verkaufen, mit den Nachbargemeinden eine gute Arbeitsbasis schaffen, und-und und.
Aber wäre so ein Projekt nicht viel nachhaltiger und schöner als Baurestmassendeponien, die nur dem Ansehen schaden und wieder nichts bringen?
So ein Projekt würde eine Schlafgemeinde auch nicht wirklich stören, die Luftqualität leidet nicht, der Verkehr würde nicht durch den Ort fließen, wer will, kann so weiter leben wie bisher – der Lärmpegel würde allerdings steigen – denn Kinder lachen nun mal nicht leise.
Das wäre ein Projekt, das der beste Bürgermeister nicht alleine stemmen kann, da müssen wirklich alle zusammenarbeiten. Da sind die Kompetenzen und Netzwerke von uns allen gefragt. Aber mit so einem (oder überhaupt einem) Projekt können wir uns wieder das Beste für unsere Kinder selber leisten.
Wirtschaftlich härtere Zeiten verlangen Kreativität, Engagement und Zusammenhalt von uns allen.
GEMEINSAM können wir aus Visionen Realität entstehen lassen.

6 Gedanken zu „Tagträumereien

  1. wie die Zeitung zum Frühstück, gehört für mich jetzt schon jeden Tag die Dorfschreiberin – einfach genial – weiter so!

    1. Danke, freut mich, dass ich bereits den Frühstückstisch mit der Zeitung teilen darf. Die Zeitung und ich sind mittlerweile gute Freunde geworden, sie liefert mir viele Inspirationen. Thal ist mittlerweile Top 1, wenn es um Gratisberichterstattung geht, aber ob mich das wirklich freuen soll?
      Ich wünsche ein erfolgreiches Wahlwochenende in den Süden toi, toi toi!
      Die Dorfschreiberin

  2. Ein sehr schöne Vision! Die gefällt mir! Die ist es wert zu manifestieren!

    Ich würde mal wirklich alle PhysiotherapeutInnen, Human-, Tier- und RaumenergetikerInnen, Coaches, Lebens- und SozialberaterInnen, PsychotherapeutInnen, ErnährungsberaterInnen, Bewegungscoaches etc. von Thal kennenlernen wollen. Können WIR da nicht mal ein Treffen/Festl oä. organisieren? Kann da gerne auf die eine oder andere Arte dabei mitwirken bei der Organisation.

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