Virtuelle Nachtschwärmer-Bar

Vorige Woche, in einer schlaflosen Nacht, hat sich spontan, als die meisten Gehsteige bereits hoch geklappt waren, eine kleine virtuelle Nachtschwärmer-Bar in Facebook gebildet. Auf einer Facebook-Seite , wo sich normalerweise ernste Themen zur Diskussion stellen und das Neueste aus Thal verlautbart wird, hat ein Artikel aus der kleinen Zeitung und ein nicht dazu gehörendes Posting unserer geschätzten Deponie-Gegner-Amazone ein paar schlaflose Menschen zu einem irrwitzigen Brainstorming-Marathon über Thaler Entwicklungsmöglichkeiten inspiriert. (Nachzulesen in der Gruppe friends of Thal bei Graz).

Ein wenig Alkohol wird wohl auch im Spiel gewesen sein, als die Ideen geboren wurden, aber vor allem viel Ironie und zeitweise sogar Sarkasmus. Es wurde philosophiert von Autobahnzubringern, die über Thal-Eben geführt werden, um die Steinbergstraße zu entlasten, für den dann Maut eingehoben werden könnte. Tunnel, um die Engstellen der Thalerseestraße zu entschärfen (und um Maut zu kassieren), damit die Baurestmassen oder sogar teuer bezahlter Sondermüll im Becken des Sees besser entsorgt werden können. Auf dieser Schüttung hätten dann auch bequem ein neues Gemeindezentrum samt Schule und Kindergarten Platz. An den Ufern des Sees wäre wohl auch ein von der Gemeinde betriebenes Laufhaus mit angeschlossener Bauerndisco eine Option, um Gelder in die Gemeinde Kasse zu bringen. Sollte dieses Objekt von der Stadt Graz allerdings nicht zur Verfügung gestellt werden, wäre auch das Industriegrundstück an der Steinbergstraße dafür geeignet – das würde dann allerdings wieder den Unmut der Bewohner der selben auf das Projekt ziehen, da sich vermutlich der „Verkehr“ verdoppeln würde.

Auch von einer Eingemeindung Göstings wurde gesprochen, um LKWs besser durch Thal führen zu können (und Maut zu verlangen). Die gesamte Diskussion umfasste übrigens über 500 Postings.

Natürlich war keine der Ideen ernst gemeint, aber die ganze Diskussion zeigt eines sehr gut – die Leute wünschen sich Ideen, die Geld bringen und nicht nur kosten – und es gibt kreative Geister in dieser Gemeinde, die in richtige Bahnen gelenkt, durchaus einiges zuwege bringen könnten.

Der Großteil der Bevölkerung durchschaut populistische Versprechen, die gut und schön klingen, aber niemals finanzierbar sind.

Monopoly spielt man mit Spielgeld am Spielbrett  und nicht mit Steuer-Geldern in Gemeinden.